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Es geht mir gut – oder doch nicht?
Lesedauer: ca. 7 Minuten
Psychische Erkrankungen sind eine weit verbreitete Problematik. Global gesehen sind mehr als eine Milliarde Menschen betroffen. Gleichzeitig wird mentale Gesundheit häufig erst dann thematisiert, wenn sie bereits beeinträchtigt ist. Wer jedoch mentale Gesundheit gezielt stärkt, beugt psychischen Belastungen vor.
Von Sonja Kupferschmid und Sophie Plüss
Der Begriff Mental Health ist mehr als ein trendiges Buzzword. Gemäss der World Health Organization WHO (2025a) sind über eine Milliarde Menschen von einer psychischen Erkrankung betroffen. Im Jahr 2022 liessen sich 8% der Schweizer Bevölkerung aufgrund psychischer Erkrankungen behandeln. 14.4% der Männer und 21.1% der Frauen aus der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren waren von mittlerer oder hoher psychischer Belastung betroffen (Bundesamt für Statistik, 2022). Diese Zahlen zeigen die Notwendigkeit, sich mit mentaler Gesundheit auseinanderzusetzen und das Thema ernst zu nehmen. Darum widmet das Coachingzentrum dem Thema Mental Health im neuen Jahr besondere Aufmerksamkeit.
Was ist Mental Health?
Mentale Gesundheit (engl. Mental Health) beschreibt den Zustand psychischen Wohlbefindens eines Menschen. Dieser Zustand ermöglicht es einem Menschen, mit Belastungen und Herausforderungen im Leben umzugehen, und seine Fähigkeiten zu entfalten und einzusetzen. Unterschiedliche familiäre, gesellschaftliche oder strukturelle Faktoren können die psychische Gesundheit positiv oder negativ beeinflussen. Der Begriff psychische Erkrankung umfasst verschiedene Formen: «psychische Störungen und psychosoziale Behinderungen sowie andere psychische Zustände, die mit erheblichen Belastungen, Funktionsbeeinträchtigungen oder Selbstverletzungsrisiken verbunden sind» (World Health Organization, 2025a; aus dem Englischen übersetzt). Das psychische Wohlbefinden stellt dabei ein Kontinuum dar. Es kann beeinträchtigt oder stabilisiert werden. Wichtig sei, dass es nicht als eine Unterscheidung zwischen gesund und krank wahrgenommen wird, sondern als ein Kontinuum. Zusätzlich schreibt die WHO weiter, dass die psychische Gesundheit ein Menschenrecht darstellt (World Health Organization, 2025a).
Prävention als Schlüssel zur Stärkung mentaler Gesundheit
Die mentale Gesundheit verändert sich im Verlaufe des Lebens und ist somit als dynamischer Prozess zu verstehen, der von individuellen Erfahrungen, Ereignissen sowie strukturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Aus diesem Grund sollte man sich mit dem Thema mentale Gesundheit vorbeugend auseinandersetzen. Präventive Massnahmen setzen idealerweise früh an, also bevor es zu einer psychischen Erkrankung kommt. Es geht dabei nicht um die vollständige Risikovermeidung, sondern darum, Menschen darin zu bestärken, mit Herausforderungen und Unsicherheiten umzugehen. Ein zentraler Ansatz ist dabei die Stärkung der Resilienz. Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit ungewohnten Situationen, Krisen und Stress umzugehen, ohne dass die mentale Gesundheit dabei beeinträchtigt wird. Diese Fähigkeit kann gezielt trainiert und gestärkt werden, beispielsweise durch Coaching oder spezifisches Resilienztraining. Insbesondere vor dem Hintergrund einer komplexen, schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft gewinnt die Prävention umso mehr an Bedeutung. Um nachhaltige Wirkung zu entfalten, setzt diese optimalerweise bereits in den Bildungsinstitutionen an – also so früh wie möglich. Eine frühe Sensibilisierung für das Thema mentale Gesundheit kann dazu beitragen, Ressourcen gezielt aufzubauen und psychische Belastungen frühzeitig abzufangen. So kann langfristig das individuelle Wohlbefinden unterstützt werden (Rönnau-Böse, 2022; World Health Organization, 2025a).
Praktische Tipps für mehr mentale Gesundheit im Alltag
Wir haben vier alltagstaugliche Tipps für Sie zusammengestellt, wie mentale Gesundheit gezielt gestärkt werden kann:
Tipp 1: Regelmässige Pausen
Um die mentale Gesundheit zu stärken, braucht es Erholungsphasen. Wenige Minuten am Tag, in denen man eine Atemübung macht oder kurz an die frische Luft geht, können dabei helfen, Stress im Alltag zu regulieren und zu reduzieren.
Tipp 2: Soziale Beziehungen pflegen
Soziale Verbundenheit kann sich auf die mentale Gesundheit positiv auswirken. Unterstützende Beziehungen fördern die emotionale Stabilität und wirken Einsamkeit entgegen. Zusätzlich können soziale Beziehungen auch Stress reduzieren.
Tipp 3: Zeit für sich nehmen
Wichtig ist es, seine eigenen Belastungsgrenzen zu kennen und auch mal Nein zu sagen, um mehr Zeit für sich selbst zu schaffen. Besonders auch qualitativ guter Schlaf und ausreichende Erholungszeit sind für die mentale Gesundheit wichtig.
Tipp 4: Alltagsbewegungen
Kleine Bewegungen im Alltag helfen, die mentale Gesundheit zu stärken. Steigen Sie beispielsweise eine Bushaltestelle früher aus, um sich mehr zu bewegen, oder nehmen Sie die Treppe statt des Lifts. Es geht dabei nicht um ein übermässiges Sportprogramm, aber um regelmässige, kleinere Bewegungsfenster im Alltag.
Unterstützung als Bestandteil mentaler Gesundheit
Wichtig ist auch, Unterstützung zuzulassen, um die eigene mentale Gesundheit zu stärken. Gespräche mit Vertrauenspersonen, ein Coaching oder weitere professionelle Angebote können helfen, Belastungen frühzeitig zu verarbeiten und so einer Beeinträchtigung der mentalen Gesundheit vorzubeugen.
Quellenangaben
Bundesamt für Statistik. (2022). Psychische Gesundheit. https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/psychische.html
Rönnau-Böse, M., Fröhlich-Gildhoff, K., Bengel, J & Lyssenko, L. (2022, 30. Mai). Resilienz und Schutzfaktoren. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. https://leitbegriffe.bioeg.de/alphabetisches-verzeichnis/resilienz-und-schutzfaktoren/
World Health Organization. (2025a, 08. Oktober). Mental health. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-strengthening-our-response
World Health Organization. (2025b, 20. Juni). Social connection linked to improved health and reduced risk of early death. https://www.who.int/news/item/30-06-2025-social-connection-linked-to-improved-heath-and-reduced-risk-of-early-death
Die Autorinnen
Sonja Kupferschmid
Sonja Kupferschmid leitet als Co-Geschäftsführerin das Coachingzentrum in Olten. Die Arbeits- und Organisationspsychologin verbindet ihre Expertise in Produktentwicklung mit fundierter Coaching-Erfahrung und hat das Weiterbildungsportfolio des Coachingzentrums wesentlich mitgeprägt. Mit ihrer langjährigen Praxis hat sie sich als Spezialistin in den Bereichen Coaching, betriebliches Mentoring, Resilienztraining, Teamcoaching und Supervision etabliert.
Sophie Plüss
befindet sich im Bachelorstudium für Kommunikationswissenschaft & Medienforschung an der Universität Zürich. Sie unterstützt das Coachingzentrum als Creative Assistant im Bereich Marketing und Kommunikation und der Produktentwicklung.
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{Was versteht man unter mentaler Gesundheit?}
Mentale Gesundheit beschreibt den Zustand des psychischen Wohlbefindens, der es Menschen ermöglicht, mit Belastungen und Herausforderungen im Leben umzugehen, ihre Fähigkeiten zu entfalten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie ist nicht gleichzusetzen mit der Abwesenheit psychischer Erkrankungen, sondern bewegt sich auf einem Kontinuum, das sich im Verlauf des Lebens verändern kann.
{Warum ist die Prävention im Bereich der mentalen Gesundheit so wichtig?}
Prävention setzt idealerweise an, bevor sich psychische Belastungen verfestigen oder in eine Erkrankung übergehen. Ziel ist nicht, alle Risiken zu vermeiden, sondern Menschen darin zu stärken, mit Stress, Unsicherheit und Veränderungen konstruktiv umzugehen. Frühzeitige Prävention kann dazu beitragen, Belastungen abzufangen, Ressourcen aufzubauen und langfristig das Wohlbefinden zu stabilisieren.
{Was bedeutet Resilienz?}
Resilienz beschreibt die psychische Widerstandsfähigkeit, also die Fähigkeit, mit Krisen, Stress und ungewohnten Situationen umzugehen, ohne dass die mentale Gesundheit langfristig beeinträchtigt wird. Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern kann gezielt aufgebaut und gestärkt werden – etwa durch Reflexion, Coaching oder spezifische Resilienztrainings. Sie gilt als zentraler Schutzfaktor für mentale Gesundheit.
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