Die Ausbildung am Coachingzentrum habe ihn beruflich und persönlich geprägt, sagt der erfahrene Banker Reinhard Heynen. Welche neuen Perspektiven er gewonnen hat, und warum Coaching-Kompetenzen auch im Banksektor an Wichtigkeit gewinnen.

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«Ich habe versucht, Veränderungen jeweils als Chance und nicht als Gefahr wahrzunehmen»

Die Ausbildung am Coachingzentrum habe ihn beruflich und persönlich geprägt, sagt der erfahrene Banker Reinhard Heynen. Welche neuen Perspektiven er gewonnen hat, und warum Coaching-Kompetenzen auch im Banksektor an Wichtigkeit gewinnen.

Interview: Coachingzentrum

Du hast bei uns den Lehrgang CAS Agile Teamcoaching und Supervision abgeschlossen. Wie integriertest du diese Ausbildung in der Bankerwelt? 
Insbesondere habe ich versucht, die Coaching-Haltung in meinen Führungsstil zu integrieren. Konkret habe ich die verschiedenen Methoden und Tools eingesetzt, welche die Weiterentwicklung und Lösungsfindung meiner Mitarbeitenden unterstützen. Durch gezielte Fragen, wie beispielsweise «Wie oder wo kann ich dich vermehrt unterstützen?» oder «Welche Hürden und Stolpersteine sind bei der konkreten Umsetzung deiner Zielerreichung aufgetreten?», konnte ich den Puls meiner Mitarbeitenden besser fühlen. 

Seit meiner Ausbildung richte ich meinen Fokus zudem noch stärker auf Visualisierungen, d.h. ich arbeite mit aussagekräftigen Bildern und habe für unsere Teammeetings ein übersichtliches Whiteboard mit den Standardthemen erstellt.

Was hat dich dazu bewegt, diese Ausbildung zu absolvieren?
Während meiner langjährigen Tätigkeit als Banker habe ich mich laufend an der internen «Business School» in den Bereichen «Führung und Leadership» weitergebildet. Bei den Ausbildungsangeboten wurde immer wieder das Wort «Coaching» verwendet, d.h. es gab Kurse für Verkaufscoaching, Führungscoaching und noch viele andere mehr. Es blieb jedoch vielfach beim Modewort «Coaching», und das wollte ich nicht so hinnehmen. Mein Credo lautet: «Als Teamleader und Führungsperson braucht es einen guten Mix aus Führung und Coaching.»

Diese Aspekte bewegten mich, die externe Ausbildung CAS Agile Teamcoaching und Supervision zu absolvieren. Mit dem Coachingzentrum Olten habe ich einen kompetenten und idealen Partner gefunden, und ich würde es heute wieder so machen.

«Ich habe realisiert, dass ich nicht länger meine Lösungen den Mitarbeitenden anbieten muss, sondern dass sie auch selbst Ergebnisse und Antworten erarbeiten sollen.»

Welche in der Coaching-Ausbildung erlernten Kompetenzen konntest du am meisten in deinen Arbeitsalltag als Banker integrieren?
Während meiner Ausbildung hatte ich Gelegenheit, eine breite Palette von Kompetenzen mitzunehmen. Ich habe versucht, die für mein Team und die Bankbranche sinnvollsten Aspekte in meinen Arbeitsalltag zu integrieren. So habe ich realisiert, dass ich nicht länger meine Lösungen den Mitarbeitenden anbieten muss, sondern dass sie auch selbst Ergebnisse und Antworten erarbeiten sollen. Selbstverständlich bringe ich nach wie vor Impulse in mein Team ein, zeige Möglichkeiten auf und lege den Rahmen fest. Zudem habe ich versucht, meinen Mitarbeitenden besser zuzuhören und ihnen somit Interesse und Wertschätzung entgegenzubringen. Bei den jährlichen Zielvereinbarungen sprach ich nicht nur über «wie viel» sondern auch über «warum», d.h. über den Nutzen und die Sinnhaftigkeit. Auch bot ich laufend meine Unterstützung an, wie z.B. Begleitung und Reflektion, was oft zu mehr Gelassenheit und Motivation führte.

Der Finanzsektor hat sich während deiner Laufbahn als Banker stark verändert. Wie bist du mit solchen Veränderungen umgegangen? 
Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an. Während meiner 47-jährigen Banktätigkeit habe ich in den vergangenen 12 Jahren mehr Veränderungen erlebt als vorher in 35 Jahren. Alles ist schnelllebiger geworden, unterliegt grösseren Schwankungen und ist komplexer. Die Bankenwelt wurde zunehmend unsicherer und volatiler. Ich habe versucht, Veränderungen jeweils als Chance und nicht als Gefahr wahrzunehmen. Als Führungsperson bin ich mit einer positiven Einstellung mit den neuen Herausforderungen mitgegangen. Dabei habe ich versucht, mich auf die für unsere Abteilung relevanten Veränderungen zu fokussieren und so den Weg für mein Team freizumachen.

Welchen Ratschlag würdest du Personen geben, die in ihrem Arbeitsumfeld ebenfalls mit tiefgreifenden Veränderungen konfrontiert sind?
In meiner Arbeitstätigkeit habe ich versucht, vor allem jungen Kundenberaterinnen und -beratern laufend Ratschläge mitzugeben. Dabei habe ich aber jeweils erwähnt, dass sie selber entscheiden sollen, was sie konkret umsetzen wollen. 

Meine Ratschläge lauten wie folgt:

  • Es gibt Umstände und Entscheide, bei denen man keinen Einfluss hat und nur Zuschauer ist. Daher ist es wichtig, dass du deine Energie nicht unnötig verschwendest, sondern für Dinge einsetzt, die du verändern kannst.
  • Stell den Kunden in den Mittelpunkt und gehe für ihn die Extrameile, d.h. mach Arbeiten und Efforts, welche er sich wünscht, aber nicht erwartet, so erzielst du einen «WOW-Effekt».
  • Bleib neugierig, mach Fehler und lern daraus! 
     

Wie hat die Coaching-Ausbildung deine Haltung zu Führung und Entscheidungsfindung geprägt, und wie hat sich das im Banking-Alltag geäussert? 
Meine Herangehensweise an die täglichen Herausforderungen hat sich verändert, und ich habe während meiner Coaching-Ausbildung erfahren, dass ein Team zu begleiten, ein dynamischer Prozess ist. 

Zudem habe ich gelernt zu unterscheiden, worauf ich achten muss, wenn ich in den verschiedenen Rollen als Coach oder als Vorgesetzter gegenüber meinem Team auftrete. 

In meinem Team arbeiteten vier Generationen zusammen, und ich habe versucht, diese Altersdiversität als Chance für neue Wege und Prozessveränderungen zu nutzen. Diese Situation erforderte für mich ein Umdenken in der Führung, im Umgang und in der Kommunikation. Als «Babyboomer» war ich der Älteste und konnte hinsichtlich meiner Haltung viel von meiner Coaching-Ausbildung profitieren. Für mich war es wichtig, dass wir einander mit Respekt, Verständnis und Wertschätzung begegnen, und dadurch viele kreative Lösungen und neue Perspektiven entstehen konnten. Durch eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist es uns gut gelungen, diesen demographischen Wandel als Erfolgsfaktor für unsere Bank zu nutzen. 

Welche Dynamiken in Bankenteams sind dir nach der Coaching-Ausbildung besonders aufgefallen?
Zur Optimierung unserer Zusammenarbeit habe ich nach der Ausbildung ein abteilungsübergreifendes Projekt mit dem Namen «ONE Bank» lanciert. An dieser Kampagne haben sich alle Mitarbeitenden unserer Bank aktiv beteiligt, und wir haben folgenden Slogan festgelegt: «ONE Team, ONE Spirit, ONE Goal und viele zufriedene Kunden.»

Obwohl sich die Begeisterung am Anfang in Grenzen hielt, hat diese Aktion bald eine erfreuliche Dynamik unter den Teams ausgelöst – ich durfte erfahren, dass Motivation ansteckend ist. Mitarbeitende haben positive Gefühle und Freude weitergegeben, und es ist eine positive Sog- und Spiralwirkung entstanden. 

«Wir leben in einer schnelllebigen, globalen und zunehmend digitalisierten Welt, daher ist es immer wichtiger, Selbstverantwortung zu übernehmen und sich laufend weiterzuentwickeln.»

Du bist seit kurzem pensioniert: Welche Rolle spielt dein CAS-Abschluss jetzt nach deiner aktiven Bankerzeit in deinem Leben?
Während meiner langjährigen Front- und Führungstätigkeit sowie der CAS-Ausbildung durfte ich viele wertvolle Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Herausforderungen und komplexen Situationen sammeln. Diese Zeit hat mich sehr geprägt, und es bereitet mir viel Freude, Menschen zu begleiten und bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Da ich seit Juni 2025 pensioniert bin, werde ich meine Begleitungen in Zukunft als freischaffender Coach für Einzelpersonen und Führungskräfte anbieten. Neuerdings unterstütze ich Personen auch beim Thema «Arbeitsorganisation und Effizienz am Arbeitsplatz». Zudem werde ich mich vermehrt auf die Schwerpunktthemen konzentrieren,die auf meiner Homepage www.rhcoaching.ch ersichtlich sind.

Würdest du die Ausbildung zum CAS Agile Teamcoaching und Supervision wie auch das Coachingzentrum weiterempfehlen?
Ja, die Ausbildung wie auch das Coachingzentrum Olten kann ich bestens weiterempfehlen. Die Themen eignen sich vor allem für Fach- und Führungspersonen mit Beratungs- und Begleitungsaufgaben.

Und welchen Rat gibst du jemandem, der sich für eine Coaching-Ausbildung interessiert?
Wir leben in einer schnelllebigen, globalen und zunehmend digitalisierten Welt, daher ist es immer wichtiger, Selbstverantwortung zu übernehmen und sich laufend weiterzuentwickeln. Man muss gewillt sein, sich mit seiner Persönlichkeit auseinanderzusetzen und aus der Komfortzone herauszukommen, Routinen zu ändern und Neues auszuprobieren. Den persönlichen Entwicklungsprozess finde ich sehr wichtig, weil man sich dadurch besser kennenlernt und somit mit den persönlichen Ressourcen besser umgehen kann.


Reinhard Heynen, Absolvent des CAS Agile Teamcoaching und Supervision am Coachingzentrum


Zur Person
Reinhard Heynen verfügt über eine langjährige
Bankerfahrung, sein fundiertes Fachwissen
ergänzte er mit der Ausbildung CAS Agile Teamcoaching
und Supervision am Coachingzentrum
Olten.