Was moderne Führung heute braucht – und wie der Lehrgang Betriebl. Mentor:in darauf vorbereitet

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Was moderne Führung heute braucht – und wie der Lehrgang Betriebl. Mentor:in darauf vorbereitet

In der Ausbildung zur betrieblichen Mentorin am Coachingzentrum hat die Medienmanagerin, TV-Moderatorin und Unternehmerin Claudia Lässer ihre Coachinghaltung vertieft, neue Wirksamkeit gewonnen – und die eidgenössische Berufsprüfung mit Bestnote abgeschlossen. Im Interview spricht sie über persönliche Entwicklung, anspruchsvolle Lernprozesse und darüber, warum der eidgenössische Fachausweis ein echter Karriere-Booster ist.

Interview: Coachingzentrum

Liebe Claudia, du hast vor einiger Zeit die Ausbildung zur betrieblichen Mentorin beim Coachingzentrum absolviert und die Berufsprüfung mit Bestnote bestanden. Was hatte dich dazu bewogen, diese Ausbildung zu machen?
Ich bin seit über zehn Jahren in einer Führungposition. Führung ist bei mir intrinsisch motiviert, ein wahrer Herzenstrieb. Mit der zunehmenden Erfahrung habe ich festgestellt, dass ich mich als Führungsperson intensiv mit Führung auseinandersetzen muss und will, um mich weiterzuentwickeln und um Weiterentwicklungen in meinem Team anzustossen. Dabei habe ich die Coachinghaltung für mich entdeckt. Der Lehrgang beim Coachingzentrum hat genau dies geboten zusammen mit dem Fokus auf das betriebliche Umfeld. Die Auslegung und der Kontext mit der Haltung hat mich sehr angesprochen. 

Was hat dich besonders überzeugt an der Ausbildung? Was waren deine Highlights?
Mich hat der Aufbau sehr angesprochen, dass es mit dem persönlichen Entwicklungsprozess und der Selbstreflexion beginnt. Das habe ich als sehr wertvoll empfunden. Das war auch eine wichtige Grundlage für alles Weitere. Mit Fortschreiten der Ausbildung waren wir zunehmend viel am Coachen, sowohl gegenseitig in der Klasse, auch für die insgesamt 20 geforderten Nachweise. Besonders habe ich an dieser Phase geschätzt, dass man nochmals mit seinen Stärken und Schwächen konfrontiert ist und sich damit auseinandersetzt und weiterentwickelt.

Hat dich an der Ausbildung etwas überrascht?
Zuerst hatte ich das Gefühl, dass man wahnsinnig viel machen muss: Arbeiten schreiben, Nachweise erbringen, Vor- und Nachbereiten, zusätzliche Literatur studieren. Das Skript hat mich animiert, noch mehr in die Tiefe zu gehen, noch mehr Hintergründe zu erarbeiten. Das alles war im ersten Moment abschreckend, weil es zu Beginn schwierig abzuschätzen ist, was der Benefit aus all diesen Arbeiten ist. Mit der Zeit und der Erfahrung fand ich das bereichernd, und es hat mich wirklich weitergebracht.
Zu wissen beziehungsweise zu hören, dass all die Herausforderungen wahnsinnig viel bringen hinterher, dass alles so praxisnah ist, war hilfreich, um motiviert zu bleiben. Auch für nach der Ausbildung, wenn man selbständig arbeiten möchte, war die ganze Arbeit, die ich in den Lehrgang gesteckt habe, sehr förderlich.

«Zu lernen, die richtigen Fragen zu stellen, ist für mich der Schlüssel zu jeder vertrauensvollen Beziehung und hat schon beinahe magische Effekte.»

Was hat dich während des Lehrgangs am meisten herausgefordert?
Die zeitliche Komponente: die Ausbildung gut machen zu wollen, viel Zeit zu investieren und ein gutes Begleitungskonzept zu erstellen. Dabei gleichzeitig auch noch im Job und Privatleben allem gerecht werden zu wollen, war für mich die grösste Herausforderung und brauchte eine wirklich gute Planung.

Welche Erfahrungen und Impulse aus dem Lehrgang haben dich persönlich am stärksten geprägt?
Die vermittelte Theorie hat mich sehr geprägt. Unter anderem habe ich mich sehr intensiv mit Martin Seligmann auseinandergesetzt aufgrund meines persönlichen Menschenbildes. Da gibt es aber noch so viele andere wie Barbara Fredrickson, Steve de Shazer, Watzlawick oder auch Schulz von Thun. Die Beschäftigung mit diesen Theorien hat bei mir sowohl in privaten wie auch beruflichen zwischenmenschlichen Beziehungen viel ausgelöst. Diese Theorien helfen zu verstehen, was bei einem selbst passiert und was woher kommt. Das war ein unglaublicher Benefit. Ein weiterer Benefit war zu lernen, die richtigen Fragen zu stellen. Das ist für mich der Schlüssel zu jeder  vertrauensvollen Beziehung und hat schon beinahe magische Effekte. Es scheint so banal, ist aber so prägend.

Wie hat sich dein Berufsalltag seit deiner Ausbildung zur betrieblichen Mentorin verändert? Was machst du heute anders?
Meine Haltung hat sich komplett verändert. Vorher habe ich vieles unbewusst gemacht, nun wurde mir meine Haltung anderen gegenüber viel bewusster. Ich stelle auch viel mehr Fragen und versucht die Coachinghaltung im Alltag zu etablieren. Toll ist zudem, dass ich nun Tools habe, um situationsgerecht mit anderen zu arbeiten. Und ich wurde kompetenter und gelassener als Führungsperson.

Welche neuen beruflichen Möglichkeiten sind für dich durch die Ausbildung entstanden?
Ich halte ab und zu Referate zu Positive Leadership oder auch zu Frauen in Führungspositionen. Langfristig interessiert mich das Thema Coaching, um gezielt Frauen und Männer in Führungspositionen weiterzubringen und zu fördern.

Was denkst du, für wen eignet sich die Ausbildung zum/zur betriebl. Mentor:in? Was sollten Interessierte unbedingt wissen?
Die Ausbildung eignet sich für Personen, die Freude und Interesse daran haben, Arbeitnehmende im betrieblichen Kontext weiterzubringen. Die eignet sich aber auch für Menschen, die ein neues Berufsbild suchen und ihre vielen Erfahrungen weitergeben möchten. Die Ausbildung passt zudem für Personaler und Führungskräfte, die Antworten bekommen möchten, wie man in der modernen Arbeitswelt mit ihrer Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit führt. Dafür braucht man andere Skills als früher. Es ist wichtig, eine gute Fehlerkultur zu etablieren oder auch ein bewusstes Talentmanagement einzusetzen.

«Dass man den eidgenössischen Fachausweis machen kann, ist einer der grossen Benefits dieser Ausbildung.»

Was hättest du Absolventen gefragt, hättest du vor der Ausbildung die Möglichkeit dazu gehabt?
Ich hätte viele Fragen rund um das Schreiben der thematischen Arbeit, des Begleitungskonzepts und der Nachweise gehabt. Da fühlte ich mich unsicher, und es stellten sich mir ganz pragmatische Fragen, wie ich die Arbeit oder das Konzept beispielsweise aufbauen soll. Es war ein Lernprozess zu realisieren, dass ich es wie ein Projekt im Geschäftsalltag aufbaue und den roten Faden nicht verliere. Und es fängt schon beim Anfang an: Wie gehst du an die Arbeit, wie findest du ein Thema etc. Diese Erfahrungen habe ich auch versucht weiterzugeben an andere Teilnehmende des Lehrgangs. Was ich auch gefragt hätte: ob sich dieser Aufwand lohnt, so viel Zeit zu investieren während der Ausbildung. Das kann ich aus heutiger Sicht klar bejahen.

Welche Frage haben wir nicht gestellt und hätten dir stellen sollen?
Clevere Frage… lass mich überlegen. Ich finde, ihr hättet fragen sollen, ob man die eidgenössische Berufsprüfung machen soll oder nicht. Dass man den eidgenössischen Fachausweis machen kann, ist einer der grossen Benefits dieser Ausbildung. Man erhält 50% der selber finanzierten Ausbildungskosten rückerstattet und man kann sich im 
breiten Coaching-/Mentoring-Markt abheben.


 

Zur Person
Claudia Lässer ist CEO der Entertainment Programm AG und verantwortet bei blue die Produkte blue Sport und blue News. Sie ist eidg. dipl. betriebliche Mentorin und Expertin im Bereich Positive Leadership, Auftrittskompetenz und Change Management. claudialaesser.ch