IZB-Literaturtipp im August 2020

Tauben fliegen auf

Nadj Abonji, Melinda (2010)

Mit dem Roman «Tauben fliegen auf» hat Melinda Nadj Abonji den Deutschen und den Schweizer Buchpreis erhalten und ist somit gleich doppelt auf den Bestenlisten verzeichnet.

Mit der Geschichte «Tauben fliegen auf» befasst sich Melinda Nadj Abonji literarisch mit dem Thema der inneren Immigration. Die Geschichte spielt in der Deutschschweiz und in der serbischen Vojvodina – eine im heutigen Serbien gelegene autonome zentraleuropäische Region – und sie wird von der Ich-Erzählerin Ildiko Kocsis beschrieben.

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Inhalt: ★★★★★
Darstellung: ★★★★
Praxisbezug: ★★★★

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Längst ist die Familie Kocsis eingebürgert und betreibt ein Café in bester Seelage. Doch angekommen sind sie die beiden Töchter Ildiko und Nomi nicht. Sie wachsen zwischen zwei Welten auf, sind hinund hergerissen zwischen der verlorenen Heimat in der Vojvodina und dem Wunsch, Teil der Schweizer Gesellschaft zu sein. Es dauert lange, bis Ildiko erkennt, dass hinter dem Schweizer Idyll knallharte Fremdenfeindlichkeit lauert. Ein höchst zeitgemässer Text über Emigration und den Preis der Assimilation.

Doch nicht nur die aktuellen Themen machen das Buch so spannend, sondern auch die «Melodik» der Sprachperformerin Abonji.

 

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