IZB-Literaturtipp im Dezember 2019

Das unternehmerische Selbst

 

Bröckling, Ulrich (2007). Suhrkamp Verlag, 327 Seiten, Taschenbuch, ca. 26 Franken

Die Maxime «Handle unternehmerisch!» ist der kategorische Imperativ der Gegenwart. Nach dem Soziologen Ulrich Bröckling bezeichnet das «unternehmerische Selbst» ein Subjekt, welches wie ein Unternehmen zu führen und zu optimieren ist. Es verschwimmen u.a. Arbeits- und Privatsphäre ineinander durch eine stetig geführte Selbstverbesserung. Ein unternehmerisches Selbst ist man jedoch nicht, man soll es aber konstant werden. Und man wird es, indem man sich in allen Lebenslagen kreativ, flexibel, eigenverantwortlich, risikobewusst und kundenorientiert verhält.

[istart]

Rating

Inhalt: ★★★★★
Darstellung: ★★★
Praxisbezug: ★★★

[iende]

Das Leitbild ist zugleich Schreckbild. Was alle werden sollen, ist auch das, was allen droht. Der Wettbewerb unterwirft das unternehmerische Selbst dem Diktat fortwährender Selbstoptimierung, aber keine Anstrengung vermag seine Angst vor dem Scheitern zu bannen. Ulrich Bröcklings grundlegende soziologische Studie nimmt diese Ambivalenz in den Blick und spitzt sie zu einer Diagnose der gegenwärtigen Gesellschaft zu. Zentral dabei ist die Frage nach dem Regieren. Doch darf Regierung hier nicht auf den Staat reduziert werden, vielmehr sind damit Programme und Techniken gemeint, die Subjekte zum Handeln anleiten. Die Frage des Regierens ist demnach die Frage danach, wie Menschen regiert werden sich selbst regieren. Bröckling zeigt dabei, welche Wirklichkeiten geschaffen werden und auf welche Weise sie in das Verhalten und das Selbstverständnis der Individuen eingeht.

 

 

Literaturtipp zum Downloaden

 

 

Weitere interessante Artikel zu verwandten Themen:
Literatur, Führung, HR, Job, Konzept, Management, Organisation